Mehr als Architektur

Wiedereröffnung der Steinacher Pfarrkirche - Eintrag ins goldene Buch

 

Sehnsüchtig haben die Gläubigen diesen Tag herbeigesehnt. Seit Januar waren die Kirchentüren der Pfarrkirche Sankt Michael in Steinach verschlossen. Nun haben die Renovierungsarbeiten für die Neugestaltung des Innenraumes einen Abschluss gefunden. Am Sonntag, 3. November 2019 öffnete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Kirchentüren. Den ganzen Tag standen die Türen der Kirche und des Archives für Heimatgeschichte in der Alten Schule, mit der Ausstellung die Steinacher Kirche im Wandel der Zeit, offen. Nach einem Rundgang durch die Ausstellung trug sich Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in das goldene Buch der Gemeinde Steinach ein.

Alte Schule Goldenes Buch 5

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer trägt sich in das goldene Buch der Gemeinde Steinach ein. Bürgermeister Karl Mühlbauer, 3. Bürgermeisterin Christine Hammerschick, Landrat Josef Laumer, 2. Bürgermeister Hans Agsteiner, Kirchenpfleger Nikolaus Rudolf, Sprecherin des Archives für Heimatgeschichte Claudia Heigl v.l. zusammen mit Pfarrer Kilian Saum

 

 Kirche Kindersegnung 10

Die Kinder des Kinderchors vom Musikverein Steinach-Münster hießen Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit zwei Liedern willkommen. Nach der Kindersegnung bedankte sich Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit einem Erinnerungsbild an den Pastoralbesuch bei den Kindern.

 

 Kirche Tuer Bischof 2

 

 

Nach dem Öffnen der drei Eingangstüren durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feierte die Kirchengemeinde mit dem Bischof und den Konzelebranten, dem Steinacher Pfarrer Kilian Saum, Pfarrer Wolfgang Reischl, ehemaliger Steinacher Pfarrer und nun Pfarrer von der Pfarrei St. Anton in Regensburg sowie Diakon Helmut Pscheidl aus Parkstetten das Pontifikalamt. Musikalisch gestaltet wurde das Amt vom Projektchor Kircheneröffnung und der Leitung von Regina Wildner-Gruber und Sängern aus Steinach, Münster und Kirchroth. An der Orgel begleitete Judith Wagner den Chor.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer griff in seiner Predigt das Evangelium von Zachäus auf. „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren“, heißt es im Lukasevangelium. Dies gelte nicht nur auf das Evangelium, sondern auch für die Steinacher Pfarrkirche. Sie bietet einen Ort, der nicht nur architektonisch schön sei, sondern auch ein Ort zum Verweilen.

 

                                                                                Kirche Ponitfikalamt 28

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feierte mit den Konzelebranten, dem Steinacher Pfarrer Kilian Saum (rechts), Pfarrer Wolfgang Reischl ehemaliger Steinacher Pfarrer und nun Pfarrer von der Pfarrei St. Anton in Regensburg sowie Diakon Helmut Pscheidl (von links) aus Parkstetten das Pontifikalamt

 

Michael Landstorfer von der Kirchenverwaltung betonte den Einsatz allen am Bau beteiligten Personen, Firmen, Architekten, der Kunstkommission in Regensburg und den Behörden. Jetzt fehle nur noch eine Pfeifenorgel. 

Alte Schule Ansprache Bgm MBürgermeister Karl Mühlbauer gratulierte beim Stehempfang in der Alten Schule der Pfarrgemeinde. Auch die politische Gemeinde hat zur Finanzierung zehn Prozent, somit 94.000 Euro, beigetragen. Neben dieser Baumaßnahme hat die Gemeinde den letzten Jahren die lnnenrenovierung der Tiburtius Kirche in Münster, die Außenrenovierung der Pfarrkirche Steinach, die Außenrenovierung Kirche Kapflberg, die Umgestaltung zu einem Pfarr- und Jugendheim in Münster, die Sanierung des Pfarrhofes in Münster unterstützt. Voll finanziert wurde die Sanierung der Hohe-Kreuz-Kapelle 2016 mit 52.000 Euro sowie die Außensanierung der Kirche St. Martin in Münster 2017 mit 375.000 Euro an der die Gemeinde Steinach die volle Baulast hat.

 

Architekt Michael Feil schilderte die Sanierung aus seiner Sicht. Eine ganzheitliche Betrachtung sei notwendig gewesen. Die geschichtliche Entwicklung sei in die Überlegungen mit eingeflossen. Man wollte jedoch nicht zurück, sondern in die Zukunft schauen. Das Engagement der Kirchenverwaltung auf einer kirchlichen Baustelle habe er so wie in Steinach noch nicht erlebt.

Landrat Josef Laumer gratulierte im Namen des Landkreises zu dem gelungenen Umbau.

 

Alte Schule Ansprache Heigl

 

 

 

Die Pfarrkirche im Wandel der Zeit

Gemäß dem Motto „Sammeln – Bewahren – Sichern und Ausstellen“, stellte die Sprecherin des Archives für Heimatgeschichte, Claudia Heigl, die Ausstellung über die Veränderungen der Steinacher Pfarrkirche vor. Die Ausstellung des Archives zeigt die Baugeschichte der Pfarrkirche St. Michael in Steinach auf. In Bildern und Texten informiert die Ausstellung über den Wandel der Kirche. Von 1570 mit der Weihung des Altars durch den Regensburger Bischof David Kölderer von Burgstall bis zur Umgestaltung des Innenraumes 2019. Die Ausstellung ist weiterhin an den Öffnungstagen der Bücherei Dienstag und Donnerstag von 16 Uhr bis 19 Uhr in der Alten Schule, Hafnerstraße 8 zu besichtigen.

 

  

Kirche Nachmittag Lieder He

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Nachmittag gestalteten Regina Wildner-Gruber und Ursula Heller mit altenglischen Liedern und Orgelspiel den Nachmittag in der Pfarrkirche, den zahlreiche Besucher zu einer Besichtigung nutzten.

 

 

 

 

 

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Geschmückt und neu angeordnete liturgische Orte, so präsentierte sich der Kircheninnenraum bei der Wiedereröffnung

 

Alte Schule Ausstellung 6Alte Schule Ausstellung

 Alte Schule Ausstellung

Die Ausstellung des Archives für Heimatgeschichte zeigt die Baugeschichte der Pfarrkirche St. Michael in Steinach auf.

Manche Steinacher erinnerten sich bei der Besichtigung der Ausstellung „Kirche im Wandel der Zeit“ an frühere Zeiten

Die Ausstellung ist weiterhin an den Öffnungstagen der Bücherei Dienstag und Donnerstag von 16 Uhr bis 19 Uhr in der Alten Schule, Hafnerstraße 8 zu besichtigen.

Die Kirchengemeinde rückt zusammen

Die Pfarrkirche Steinach, ein stattlicher Bau, prägt neben dem Schloss das Ortsbild von Steinach. Anfang 2019 begannen die Renovierungsarbeiten für eine komplette Neugestaltung des Innenraumes, die mit der Wiedereröffnung am 3. November 2019 einen Abschluss gefunden haben.

Die Aufgabe des Architekten Michael Feil war es neben der Erneuerung der technischen Einbauten wie Heizung und Beleuchtung - die vorgefundene Raumsituation deutlich zu verbessern, die Funktionsorte der Kirche neu zu ordnen und den Kirchenraum als einen Raum - eine neue Einheit - erkennbar werden zu lassen. Die Maßnahme ist mit 940700 Euro berechnet, davon 410.975 Euro Eigenmittel Pfarrei, 24.751 Euro Eigenleistung Pfarrei, 94.000 Euro Zuschuss Gemeinde Steinach und 410.975 Euro Zuschuss Diözese.

Die Pfarrkirche St. Michael in Steinach wurde im Zustand vor der Sanierung ganz wesentlich von ihren deutlich erkennbaren Umbauphasen 1892, 1932, 1956 und 1973 geprägt. Im Jahr 2000 stand eine umfangreiche Außenrenovierung an wobei auch die Sakristei erweitert wurde.

Bei der Sanierung 2019 wurde die Empore, der abgetrennte Lagerraum und der Emporenaufgang abgebrochen. An Stelle der vier Gestühlsblöcke wurde ein geschlossener Gestühlsblock als Großform in den Raum eingefügt. Entsprechend der Forderung des Bischöflichen Baureferates vereint sich die Kirchengemeinde damit auch räumlich.

Kirche Gestuehlsblock 59

Weiteres Ziel war es, zusammen mit der Neuaufstellung der bestehenden Ausstattung, ein durchgängiges und einheitliches Material- und Farbkonzept zu erarbeiten, das den heterogenen, in einzelne Raumteile zerfallenden Bestand zusammenführt. Alle neu eingefügten Bauteile – das Gestühl mit ebenen Gestühlspodest, die neue Deckengestaltung und auch das zukünftige Orgelgehäuse – wurden mit weiß lasierten Holzoberflächen gestaltet. Zusammen mit einem durchgängigen Bodenbelag in großformatigen, beigen Dietfurter Kalksteinplatten schaffen diese Ausstattungselemente nun die gewünschte Einheit zwischen Bestand und neuen Elementen. Als weitere wichtige Maßnahme wurden die liturgischen Orte neu im Kirchenraum positioniert. Anstelle der bisherigen Warmluftheizung wurde eine Elektrobankheizung installiert. Die Beschallungsanlage, einschließlich der Einbau von Außenlautsprechern für den Friedhof, wurde erneuert. Die gesamte Beleuchtungsanlage wurde in LED-Technik ausgeführt und eine Lichtsteuerung wurden eingebaut. Die Toilettenanlage in der Sakristei ist nun über einen Außenzugang vom Friedhof her zur erreichen.

Kirche 1.1In den beiden entstehenden Raumnischen des Kirchenschiffes wurden mit der Wiederaufstellung des großen romanischen Taufsteins in einem Bereich der Taufort und gegenüberliegend ein Ort für die Marienverehrung neugestaltet. Mit dem Entfernen der im 20. Jahrhundert stark überarbeiteten Emporenkonstruktion konnte ein raumakustisch optimaler Standort geschaffen werden, der mit der notwendigen Raumhöhe die Aufstellung einer neuen Pfeifenorgel in der Zukunft ermöglicht.

Unmittelbar zwischen Orgel und Haupteingang befindet sich ein Beichtzimmer im bisher als Lagerraum genutzten Turmuntergeschoss. Zur Stärkung der räumlichen Ausrichtung des Kirchenraums entschieden sich die Mitglieder der Kirchenverwaltung für ein großes, achsial im Chorraum aufgestelltes filigranes Metallkreuz. Als neuer Mittelpunkt wird die barocke Christusfigur somit deutlich erkennbar der Zielpunkt im gesamten Raum.

 

Kirche Kreuz 24.1