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Die Störche in Steinach

 

 Neues vom Steinacher Storchenpaar

2020 10 26 Storch

 

 

Man sieht unsere beiden Altstörche  immer noch täglich. Über die Wiesen im Steinacher Moos schreiten, Mäuse fangend hinter jedem Pflug her staksen, Würmer und anderes Kleingetier fangend auf dem großen Kleefeld von Markus Berl an der Kreuzung nach Parkstetten raus, zum Übernachten oben im Horst auf dem Schlot der ehemaligen Schlossbrennerei oder wie den auf dem Bild auf einem Laternenmasten eine kurze Rast einlegen. Längst ist der übliche Storchenzug nach Afrika weg. Die beiden haben wohl entschlossen sehr viel später noch nachzuziehen oder sie bleiben über den Winter hier, was inzwischen immer mehr Störche in Bayern machen.  Wenn es im kommenden Winter keine langen Frostperioden gibt und damit die Felder, Gräben und Wiesen offen bleiben, werden sie nicht hungern müssen und ihr dichtes Gefieder schützt sie vor den niederen Temperaturen. Und sollte es doch ein strenger Winter werden, haben Sie immer noch die Möglichkeit hinaus zu fliegen in den Tierpark Straubing, wo die Straubinger Störche vom Weytterturm, die schon oft über Winter geblieben sind, sich an den Futterplätzen für die Flamingos mit durchfüttern lassen. Dann schau ma mal, wie lange die beiden noch hier bleiben (können).

Dr. Thomas Grundler

 

 Was bei unseren Störchen 2020 sonst noch alles los war, erfahren Sie hier .

 

 

 

 

 

 

Die Zugrouten der Weißstörche (NABU)
Storch Zugroute

Die beiden Steinacher Jungstörche sind flügge!


Seit ein paar Tagen und damit ca. 1 Woche früher als in den beiden letzten Jahren sind unsere beiden Steinacher flügge und streichen nun untertags selbst zusammen mit den beiden Altvögeln hinaus auf die Wiesen und Felder zur Nahrungssuche. Abends kehren sie zurück und übernachten in ihrem Horst, meist ist da immer auch einer der Altstörche dabei. Der zweite Altstorch sitzt dann die Nacht über irgendwo in der Nähe, oft auf den Zinnen des Turms des Alten Schlosses.
Im Laufe der letzte Woche war es soweit: Unsere beiden Jungstörche machten den ersten Ausflug. Ob es die beiden Störche waren, die am 23.6. abends eine Zeit lang bei Seppi Rohrmüller auf der Funkantenne saßen oder ob es der Storch war, der am gleichen Tag auf dem Baukran bei Erwin Haimerl saß, kann man nicht sicher sagen. Im Moos gab es, auch am 23.6., bei der Mahd der Wiesen eine Ansammlung von immerhin 11 Störchen, Alt- und Jungstörche gemischt, aus der Gegend zusammen gekommen. Eventuell waren da die Straubinger Störche  vom Weytererturm dabei, wo es heuer 4 (!) Jungstörche gibt.

Quelle: https://www.nabu.de/imperia/md/nabu/images/nabu/einrichtungen/bergenhusen/zugroute_wei__storch_klein.jpeg


Wie geht`s nun weiter? Wenn keiner der Störche verunfallt, wird den ganzen Juli über das Fliegen und das eigenständige auf Nahrungsuchen geübt. Gegen Ende Juli versammeln sich dann mehrere Störche zu einem Trupp von 10 bis 20 Vögeln, darunter sind i.d.R. alle Jungstörche. Diese Trupps mit vielen Jungstörchen ziehen dann schon Anfang August los Richtung Süden. Meist werden die Jungstorchentrupps auf ihrem sehr, sehr langen Zug nach Afrika nur von ein paar wenigen Altstörchen begleitet . Das heißt, wir werden sie nicht mehr lang bewundern können, unsere Steinacher Störche. Immer seltener werden sie oben am Horst zu sehen sein, meist nur noch am späten Abend.  In 3 bis 4 Wochen sind sie dann ganz weg und das "Storchenjahr 2020" ist wieder vorbei, bis wir im Frühjahr 2021

 

hoffentlich wieder ein Storchenpaar hier in Steinach begrüßen dürfen.
Bis Ende August, Anfang September werden wir eventuell einen einzelnen Altstorch noch am Horst sehen, der sich erst später auf die lange Reise begibt. Das dient der Risikovermeidung, damit nicht alle Störche zur gleichen Zeit unterwegs sind.
Fast alle Störche  fliegen zum Überwintern nach Afrika. Die allermeisten, ca. 75%, auf der sog. "Ostroute" über die Türkei, den Nahen Osten, Ägypten bis in den Sudan. Der Rest verwendet die Westroute über Frankreich, Spanien, Gibraltar bis in den Tschad, wobei die meisten auf dieser Route inzwischen nur noch bis Spanien fliegen und dort überwintern. Und ein paar ganz schlaue  Störche bleiben über den ganzen Winter hier und lassen sich im Tierpark in Straubing durchfüttern.
Auf jeden Fall wünschen wir unseren Steinacher Störchen noch ein paar gute Tage in Steinach und Umgebung und dann "Gute Reise" und eine gute Rückkehr im nächsten Jahr.

Thomas Grundler
Horstbetreuer für den LBV

Jungstörche 3.6.20 1Unsere Steinacher Jungstörche gedeihen prächtig!

 

Inzwischen haben sich unsere beiden Jungstörche prächtig entwickelt.

Beide sind voll ausgefiedert und in einer guten körperlichen Verfassung.

Zwischenzeitlich gab es vor ca. 2 Wochen kurz Bedenken, weil in den Schnäbeln der beiden Jungstörche sich Nahrungsreste festgeklebt hatten.

Das wurde in den letzten Jahren schon zweimal bei den Jungstörchen in Steinach beobachtet. Einmal, vor 3 Jahren war ein Jungstorch so stark betroffen, dass er keine Nahrung mehr aufnehmen konnte. Zu seinem Glück wurde er damals bei einem heftigen Sturm aus dem Nest gefegt und landete in der August Schmieder Straße bei der Bushaltestelle, wo er schnell von Passanten gefunden wurde. Mit Hilfe des damals noch aktiven "Tiersanka" konnte das klebrige Material, das im wesentlichen aus Grashalmen und Erde bestand, entfernt werden. Der bereits stark abgemagerte Storch wurde im Tiergarten Straubing aufgepäppelt und konnte nach ca. 3 Wochen wieder in die Freiheit entlassen werden.

Heuer war das Problem bei weitem nicht so heftig und hat sich inzwischen Gott sei Dank wieder von selbst erledigt, denn eine Hilfe kann am Steinacher Horst wegen der stattlichen Höhe von über 32 m des alten Brennereischlotes nicht spontan erfolgen. Keine der Feuerwehrleitern im Umkreis hat eine ausreichende Länge, um bis an den Horst heranzukommen, dazu bräuchte man einen großen Hubsteiger, der erst aus Regensburg anfahren müsste.

Wie geht`s weiter am Storchenhorst? Wenn alles normal verläuft, werden die Jungstörche bald damit beginnen ihre Flügel zu testen Wir können ihnen dann zusehen, wie sie minutenlange Trockenübungen mit ihren Schwingen vornehmen, um das Fliegen zu üben und auch um die Muskeln zu trainieren. Dabei stellen sie sich meist gegen den Wind und heben dann auch schon mal kurz ab, wenn sie genug "Luft" unter die Flügel bekommen.

Hoffentlich stürzt dabei keiner ab und hoffentlich bekommen wir keinen heftigen Sturm!

Falls jemand im Gemeindegebiet einen verunfallten oder sonst wie in Not geratenen Storch findet, meldet Sie sich bitte bei mir unter der Telefonnummer 0171 40 27 106.

Thomas Grundler
Horstbetreuer

 

 

 

 

 

 

Beobachtungen vom Steinacher Storchenhorst
Nachwuchs im Steinacher Storchenhorst! 

2020 05 04 2 Junge1Die heurige Brut war erfolgreich! Wie  man inzwischen gut erkennen kann, sind zwei Jungstörche geschlüpft und werden von unserem Steinacher Storchenpaar fleißig gefüttert.
Nahrung ist in dem großen Aufzuchtrevier, das sich vom Steinacher Moos mit seinen Feuchtwiesen bis hinter zur Speck erstreckt, reichlich vorhanden. Störche ernähren sich im Wesentlichen von Fröschen, Mäusen, Insektenlarven, kleineren Reptilien und Regenwürmern. Oft sieht man die Störche beim Pflügen, wo viele Regenwürmer zum Vorschein kommen oder bei der Wiesenmahd, wegen der vielen Insekten nahe hinter dem Traktor herschreiten.
Der Futterbedarf/Tag liegt bei ca. 600 g für einen Altvogel, das entspricht in etwa 16 Mäusen oder 500 Regenwürmern! Die Beute wird im Ganzen verschluckt, da sich der Schnabel der Störche nicht zum Zerkleinern eignet. Altvögel können Beutetiere bis zu einer Größe von knapp 1000g verschlucken. Für die Jungvögel werden deswegen hauptsächlich kleinere Insekten und Würmer gefangen.  Jungvögel brauchen jetzt in der Hauptwachstumsphase mit ca. 1600 g/Tag noch wesentlich mehr Nahrung, sodass bei unserer vierköpfigen Steinacher Storchenfamilie ca. 4500g Nahrung/Tag zusammengetragen werden müssen.  Das können nur beide Altvögel zusammen schaffen, die sich bei der Futtersuche regelmäßig abwechseln. Jetzt,  so lange die Jungstörche noch so klein sind und Gefahr laufen aus dem Nest zu fallen, verbleibt immer ein Altvogel am Horst. Wenn der Partner mit Futter zum Horst kommt, wird das an die Jungen verteilt und schon streicht der andere Altvogel wieder ab, um neue Nahrung zu suchen. Hoffentlich verunglückt in dieser intensivsten Phase der Futterbeschaffung keiner der beiden Altvögel. Inzwischen sind die Strommasten der wenigen Stromfreileitungen, die sich noch durch unser Gebiet ziehen,  Gott sei Dank komplett mit einem Vogelschutz versehen, früher war der "Strommastentod" ein häufiger Grund, dass Altstörche um`s Leben kamen und dann auch die Brut gefährdet war. Falls jemand im Gemeindegebiet einen verunfallten oder sonst wie in Not geratenen Storch findet, melden Sie sich bei mir unter 0171 40 27 106.

Thomas Grundler
Horstbetreuer