Aktuelles vom Steinacher Storchenhorst

 

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 2. März 2021

Unser Steinacher Storchenpaar ist wieder da! Eigentlich waren die beiden Altvögel gar nicht weggeflogen. Mitte August 2020 waren die beiden, letztes Jahr erfolgreich aufgezogenen Jungstörche in einem Trupp von über 10 Störchen auf die Reise ins Winterquartier nach Afrika (oder nur Spanien?) losgeflogen. Die beiden Altstörche blieben hier und waren fast den ganzen Winter am Horst oder auf den Wiesen und Feldern in der Nähe von Steinach zu beobachten. Schon lange weiß man, dass die Kälte den Störchen nichts anhaben kann. Solange der Boden offen und nicht hartgefroren ist und finden die Störche auch noch Nahrung . Die Klimaänderung mit immer kürzer werdenden Perioden mit strengem Frost in unserer Gegend nutzen immer mehr Störche. Sie  machen sich nicht mehr auf den langen, beschwerlichen und gefährlichen Weg in ihre Winterquartiere in Afrika, sondern bleiben hier in Süddeutschland. Wenn es dennoch ein paar Tage starken Frost hat, weichen sie aus und fliegen nur noch bis zum Bodensee, der schon sehr lange nicht mehr zugefroren war, oder in die Rheinebene bei Freiburg. Sobald es wieder schnee- und frostfrei ist, kommen sie rasch in ihre angestammten, hiesigen Brutreviere zurück. So machten es unsere Steinacher Altstörche erstmals heuer auch. Noch nie war bis Anfang Januar ein Storchenpaar in Steinach geblieben. Lediglich vom 7. Januar, als die Kältewelle kam mit starkem Frost um - 10/12 Grad und ordentlich Schnee fiel, waren beide Störche plötzlich verschwunden. Am 1. Februar erschien der erste Storch wieder putzmunter am Horst und am 4. Februar folgte ihm der Zweite. Wo genau die beiden waren, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich sind sie nur bis zum Tierpark nach Straubing geflogen und haben sich dort die drei Wochen im Freigehege für die Stelzenvögel zusammen mit den Flamingos durchfüttern lassen. Vielleicht sind sich auch kurz zum Bodensee geflogen, für Störche nur eine Flug von 2 Tagen.

 

Hier ein Bild von 2020

 

Am 21. Februar, das war der zweite warme Tag mit frühlingshaften Temperaturen, kam es sofort zu den ersten Betretungen oben am Horst. Das heißt, die beiden mögen sich und wir Steinacher können wieder hoffen, dass sie bald ihre 3 - 5 Eier legen. Bebrütet werden die Eier von beiden Elterntieren über ca. 32 Tage. Wenn man jetzt Anfang März raufschaut zum Horst am ehemaligen Brennereischlot, sieht man beide Störche im Horst stehen, das heißt , es wird noch nicht gebrütet. In den nächsten Tagen, spätestens Mitte März, ist zu erwarten, dass wir nur noch einen Storch im Horst stehen sehen. Der zweite sitzt dann, von unten kaum zu erkennen, auf den Eiern, nur manchmal sieht man seinen Kopf. Mit einem Fernglas kann man noch am besten in den Horst oben am Ende der Hafnerstraße hineinschauen. Ab dieser Zeit sieht man draußen auf den Feldern auch immer nur einen einzelnen Storch, der zweite muss auf den Eiern sitzen bleiben. Damit beide Altvögel ihre Nahrung aufnehmen können, wechseln sich die beiden Elterntiere mehrfach am Tag beim Brüten ab.

Bis dahin brauchen wir noch etwas Geduld, aber es sieht gut aus, dass auch 2021 im Steinacher Storchenhorst wieder ein, zwei, drei oder sogar vier Jungstörche aufgezogen werden.

 

Dr. Thomas Grundler

Storchenhorstbetreuer des LBV