Aus einer Patenschaft wurde Freundschaft

3./PzPiBtl. 4 Bogen mit RK Münster KSK und Gemeinde verbunden

 Gruppe 3.1

Eine Patenschaft der Freundschaft wünschten sich Oberstleutnant Thomas, Major und Kompaniechef Laubach, Markus Spießl und Vorsitzender Siegfried Irrgang von der RK Münster KSK, Hauptfeldwebel Altmann als Verbindungsmann und Oberstabsfeldwebel und Kompaniefeldwebel Edeler (Reihe vorne v.l.) sowie Oberfeldwebel Schulz, zweiter Bürgermeister Hans Agsteiner, Bürgermeister Karl Mühlbauer, Hauptfeldwebel Schelenz und Kreisrat Erwin Kammermeier (hintere Reihe v.l.)

 

Die Reservistenkameradschaft Münster pflegt seit 1969 mit der jetzigen Kompanie des Panzerpionierbataillons 4 aus Bogen (vormals 2. PiBtl. 4) eine nun schon 50-jährige Patenschaft und Zusammenarbeit. Durch diesen fruchtbaren Erfahrungsaustausch über Jahrzehnte haben sich auch die Beziehungen zum Verein sowie zur Gemeinde Steinach verstärkt. Nach der Gründung der RK Münster 1967 war der Vereinszweck die enge Zusammenarbeit, der enge Kontakt zur Bundeswehr. Zwei Jahre später entwickelte sich daraus eine Patenschaft mit der damaligen noch 2. Kompanie. Aus dieser gelebten Partnerschaft entwickelte sich auch eine kommunal getragene Patenschaft.

 

 

Daher beschloss der Gemeinderat unter Bürgermeister Josef Schneider am 17. Mai 1988, mit der zweiten Kompanie (nunmehr dritte Kompanie) eine Patenschaft einzugehen. Die feierliche Patenschaftsübernahme in Anwesenheit von Brigadegeneral Schenk Graf von Stauffenberg, vieler Gemeindebürger und zahlreicher Ehrengäste, fand am 7. Juli 1989 am Kriegerdenkmal in Steinach statt. Am Samstag, feierte die RK Münster KSK das 50-jährige und die Gemeinde Steinach das 30-jährige Bestehen der Patenschaft mit der Patenkompanie.

 

Gottesdienst und Ehrenmal

 

Mit einem Gottesdienst am Samstag, 7. September 2019 für verstorbene Mitglieder der RK sowie bei den Kriegen und Auslandseinsätzen verstorbenen Kameraden, in der Pfarrkirche Münster begann die Patenschaftsfeier. Pater Philipp, Schulseelsorger bei den Ursulinen in Straubing, zelebrierte den Gottesdienst, der von den Gredbenkmusikanten musikalisch umrahmt wurde. „Wir reden vom Frieden und rüsten zum Krieg“, so Pater Philipp in seinen Eingangsworten. Anschließend fand am Ehrenmal eine Gedenkfeier für alle Gefallen Soldaten der beiden Weltkriege sowie für die Gefallenen Soldaten der Bundeswehr in ihren Auslandseinsätzen statt. Bürgermeister Karl Mühlbauer und Kompaniechef Major Laubach stellten eine Blumenschale am Ehrenmal ab.

 

 

 

 

Der Festabend mit Rückblick auf die 50-jährige und 30-jährige Patenschaft erfolgte im Gasthaus der Dorfgemeinschaft.

 

Redner IrrgangDer Vorsitzende der RK Münster KSK, Siegfried Irrgang nannte die Patenschaft eine Verbindung mit Freundschaft, die noch lange mit Leben erfüllt werden soll. Redner Laubach 1Kompaniechef Major Laubach freute die Verbundenheit der Bevölkerung mit der Bunderwehr. Die tiefe Verwurzelung ist nicht selbstverständlich und in vielen Teilen der Bundesrepublik so nicht vorstellbar. Major Laubach blickte auf ein halbes Jahrhundert Weltgeschichte zurück, auf Ereignisse, die während der 50 Jahre Patenschaft in der Welt geschahen.

 

Redner Bgm Muehlbauer„Die Übernahme der Patenschaft vor 50 Jahren durch den Verein und vor 30 Jahren durch die Gemeinde dokumentiert die freundschaftlichen Beziehungen zur heutigen 3. Kompanie“, so Bürgermeister Karl Mühlbauer. Die Patenschaft solle auch Sinnbild dafür sein, sich öffentlich zueinander zu bekennen und das Verständnis für die Bundeswehr als Instrument der Friedenssicherung zu fördern. Trotz oftmaliger Wechsel der Führungspositionen bei der Patenkompanie, des Vereins sowie der politisch Verantwortlichen innerhalb der Gemeinde, wurden in den bisherigen 50 und 30 Jahren der Leitgedanke und der Sinn einer Patenschaft erfüllt. Die nächsten beiden Veränderungen stehen an. Major Timo Laubach wird am 24. Oktober in einem feierlichen Rahmen in Steinach die Kompanie an einen neuen Chef übergeben. In der Gemeinde wird ab 1. Mai nächsten Jahres ein neuer Bürgermeister oder Bürgermeisterin das Amt übernehmen. „Ich denke aber, dass die Patenschaft zwischen der Reservistenkameradschaft, der Gemeinde und der dritten Kompanie durch die jeweils Verantwortlichen auch in Zukunft gelebt wird und noch viele Jubiläen gemeinsam gefeiert werden können“, so Bürgermeister Karl Mühlbauer.

 

Redner Oberstleutnant ThomaOberstleutnant Thomas, der das Panzerpionierbataillon in Bogen vertrat, dankte der RK Münster KSK für die Geduld bei den vielen personellen Veränderungen in der Bundeswehr, die während der Patenschaftszeit eingetreten sind.

 

Redner Kreisrat KammermeierIn Vertretung von Landrat Josef Laumer gratulierte Kreisrat Erwin Kammermeier. Patenschaften weisen immer wieder darauf hin, dass die Geschichte nicht vergessen wird und wir stets daran erinnert werden, alles dafür zu tun, dass sich Kriege nicht wiederholen.

 

Geschenk an VerbindungsmannVorsitzender Irrgang bedankte sich bei Hauptfeldwebel Altmann, Beauftragter für die Reservistenarbeit, der seit 2005 als ein ständiges Verbindungsglied zwischen der Kompanie und der RK Münster KSK diese Patenschaft lebt und unterstützt.

 

Die NATO-Battlegroup in Litauen, erhielt Ende Januar für sechs Monate Verstärkung aus der 3. Kompanie des Panzer-Pionierbataillons 4 aus Bogen. Der Aufbau der Battlegroup geschah im Rahmen der von der Allianz beschlossenen NATO Enhanced Forward Presence (eFP, verstärkte vorgeschobene Präsenz). Damit sollen den baltischen Ländern und Polen die Unterstützung des Bündnisses versichert werden. Bei der Verabschiedung übergab Bürgermeister Karl Mühlbauer übergab an den Führer der Soldatinnen und Soldaten eine bereits auslandserprobte Ortstafel der Gemeinde. Diese sollte die Nähe zur Heimat, zu Freunden und Partnern symbolisieren und die Eingewöhnung in Rukla, einem fremden Umfeld erleichtern. Hauptfeldwebel Schelenz und Oberfeldwebel Schulz gaben, nach dem Einsatz, die Ortstafel an Bürgermeister Karl Mühlbauer wieder zurück.

 

Geschenk RK an BWMit dem Austausch von Erinnerungsgeschenken, wünschte man sich weiterhin eine Patenschaft der Freundschaft, der Zusammengehörigkeit, Mitverantwortung und gegenseitiger Anerkennung.